Vorweg: Gestern war ich zu faul zum Schreiben, heute bin ich zu faul zum Fahren ;-) Da ich gestern entschieden habe heute meinen Pausentag einzulegen, folgt der Bericht jetzt gleich nach.
In der Nacht hat es fürchterlich geregnet. Ich bin mehrmals aufgewacht weil der Regen so laut auf ein Blechdach geregnet hat. In der Früh war es dann auch stark bewölkt und hat - so wie die Vorhersagen es angekündigt hat nach Regen ausgeschaut.
Nach 4 Tagen war es Zeit sich einmal ein wenig um das Rad zu kümmern. Im Regen hat die Kette etwas gelitten, so dass ich sie - sehr zur kleinen Katze, die zu dem B&B gehörte, in dem ich übernachtet habe ölen musste. Sie ist schon die ganze Zeit um neugierig um mich herum geschlichen und hat geschaut was ich so tue. Das sich drehende Pedal beim Ölen der Kette war dann aber ganz großes Kino. So lies sie sich auch nicht davon abbringen mit der weißen Pfote immer wieder nach der (öligen) Kette zu schnappen. Sie wird schon nach lernen, dass sich weißes Fell mit schwarzer Kette nicht gut verträgt.
Für die Katzenfreunde ein paar Katzenbilder (mehr in der Galerie):
Ich startete auf einer eher großen Straße und hatte.... Rückenwind. Der Westwind, den ich von Anfang an gefürchtet habe, hat mich bisher verschont. Nach einigen Kilometern zweige ich wieder mal von der großen Straße ab und es folgte ein deja-vue. Die Straße mündetet in einen Schotterweg und wurde dann gar zu einem Feldweg. Wieder zurück fahren wollte ich dieses Mal nicht also kam der Offroad Test. Nix passiert - also kann ich kurze Stücke demnächst wieder über Schotter fahren. Allerdings scheppern die Packtaschen ganz ordentlich und in den Handgelenken spüre ich die rd. 7 Bar auf den Reifen auch bei unebenem Untergrund.
BTW: Seit dem ich in Italien bin hat sie die Qualität des Straßenbelags v.a. auf Nebenstraßen deutlich erhöht. Da erkennt man offenbar doch die etwas knappen Kärntner Finanzen. Und in der Steiermark.... da schieben wir es mal auf die harten Winter..
Dass alleine ein Navi auch nicht unbedingt immer die Navigation erleichtert zeigt folgendes Foto. Wie muss ich jetzt fahren. Erst geradeaus und dann wieder zurück? Oder erst zurück und dann wieder die gleiche Strecke? Oder geradeaus und dann links und zurück? In Wirklichkeit war es noch etwas anders aber das müsste ich jetzt aufzeichnen.
An dieser Stelle eine Ergänzung zum Hofer Navi. Mindestens 1x am Tag stürzt es ab und muss neu gestartet werden. Wenn man damit leben kann ist es tatsächlich recht zuverlässig und hat am Ende des Tages immer noch rd. 30% Akku.
Nach der unklaren Straßenverlauf freute ich mich wieder über so eine schöne lange Brücke, die über diese breiten Schneeschmelzeflüsse (ich nehme zumindest an, dass diese im Sommer immer leeren Flussbecken dafür gut sind) führt. Ein Verbotsschild machte mich dann schon etwas stutzig. Ich verstand es so: Bei Hochwasser darf man nicht durchfahren. Kurz danach wurde mir auch klar warum. Es gab nämlich keine Brücke sondern man fuhr auf Schotter!!! einfach durch das trockene Flussbett.
Es gibt leider das erste Opfer meiner Tour. Es hatte sich am Vortag mit sporadischen Ausfällen schon angekündigt aber nach 30 km heute habe ich es dann aufgegeben. Mein Tacho ist offenbar im Regen vorgestern ertrunken. Erst dachte ich es wäre vielleicht die Batterie aber als ich den Batteriedeckel öffnete und Wasser darunter war ahnte ich es schon. Kurze Rede langer Sinn - der Tacho ist hin 😉 .
Nun galt es meine These mit der guten Ersatzteilversorgung zu beweisen. Und tatsächlich gab es nur rd. 10 km später - direkt an der Straße, auf der ich fuhr - ein recht gut sortiertes Fahrradgeschäft mit einer Auswahl an Tachos. Ich entschied mich für ein Modell, bei dem auf der Verpackung "waterproof" stand - man kann ja nie wissen.
Es ist das Modell U10W von Echowell. Habe ehrlich gesagt noch nie von dem Hersteller gehört aber mal abgesehen von der etwas fummeligen Halterung ist er besser als mein alter Sigma BC 12.12 STS. Der hatte nämlich 4 Knöpfe, um durch die Menüs zu navigieren, wobei ich nie verstanden habe wo man wann drücken muss und immer auf gut Glück so lange gedrückt habe, bis ich dort war, wo ich hin wollte. Mein neuer Begleiter heißt also U10E!
Gegen Mittag wurde das Wetter dann immer besser. Keine von dem vorhergesagten Regen. Über den Bergen nördlich von mir hingen zwar Wolken aber allmählich kam immer länger die Sonne hervor. Nach meiner Mittagspause (ich lieben dieses Schinken-Käse-Toast, den es hier überall gibt :-) )nach rd. 95km Fahrstrecke musste ich tatsächlich erstmals Sonnecreme verwenden - ich HASSE Sonnencreme!
Wo wir gerade bei Ausfällen waren. Am 2. Tag hatte ich am Vormittag Überschuhe an, die ich extra noch am Freitag vor der Abreise gekauft hatte. Bei diesen war am linken Schuh eine Naht nicht ordentlich verschweißt, so dass dieser komplett offen war nachdem ich ihm zum 2. Mal anziehen wollte (in dem starken Regen am Nachmittag der 2. Etappe).
Und da es hier nicht nur Fahrradgeschäfte an der Straße gibt sondern auch Sportgeschäfte, die tatsächlich Fahrradüberschuhe haben, habe ich jetzt wieder neue. Die sehen auch gleich deutlich robuster aus und waren noch dazu verbillig. Jetzt bin ich also wieder komplett ausgerüstet und der Regen kann kommen. Ich setzt allerdings auf die Taktik wie mit dem Schirm wenn es nicht regnet... Wenn man Regenausrüstung dabei hat regnet es nicht... hoffentlich.
Nachmittags fuhr ich dann teils über kleinere Straßen, teils wieder auf den großen SS Richtung Vicenza, weiterhin begleitet von einem leichten Rückenwind (der auch meine relativ hohe Durchschnittsgeschwindigkeit erklärt).
Von der Fitness her geht es mit ziemlich gut. Die Muskeln machen überhaupt keine Probleme, die Kondition auch nicht denn so schnell fahre ich ja auch wieder nicht. Am meisten stören mich die Finger, die mir immer wieder einschlafen und die Handballen, die mir etwas weh tun. 30 km vor dem Ziel tut dann mein Hintern auch immer etwas weh. Dieses Mal kamen allerdings auch noch leichte Knieschmerzen hinzu, die ich bisher überhaupt nicht hatte beim Radfahren.
In Vicenza angekommen bezog ich dann mein B&B, das ich wieder bereits am Vorabend im Voraus gebucht hatte, um nicht unterwegs suchen zu müssen. Und.... ich wohne in einer Barbie-Welt:
Allerdings unglaublich lieb eingerichtet - wenn ich nicht ganz meine Farbe. Dafür nur wenige 100 Meter vom Stadtzentrum entfernt mit eigenem Balkon mit Blick in den Garten:
Nachdem die Unterkunft so nett, das was ich von Vicenza beim Durchfahren gesehen habe und mein Knie etwas weh tat beschloss ich den Pausentag nach den 4. Etappe einzulegen. Und auch weil die Wettervorhersage mal wieder mäßiges Wetter vorhergesagt hat - der glaube ich jetzt aber nicht mehr weil sie bisher immer komplett falsche war - heute dann wieder.
Vicenza ist eine unglaublich schöne Stadt. Ich wusste nicht was mich hier erwartet. Am Weg zum Abendessen habe ich mir schon einen Teil angesehen:
Alle Fotos und noch ein paar weitere finden sich auch hier in der Fotogalerie:
Link zur Galerie der Fotos von der 4. Etappe
Tourdaten:
Gesamt km Reise: 617 km
Streckenlänge gefahren: 151,4 km
gefahrene Zeit: 6:04 h
Durchschnittsgeschwindigkeit 27,8 km/h (nur von den letzten 108,76 km)
Maximalgeschwindigkeit: 58,5 km/h (nur von den letzten 108,76 km)
Ausblick:
Den werde ich heute Abend ergänzen, da ich mir jetzt erst einmal die Stadt ansehen werde.


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