Samstag, 8. August 2015

11. Etappe: Narbonne - L'Escala

Beim Blick heute früh aus dem Fester war ich etwas überrascht. 1. Hatte ich gestern am bei aus dem Fenster schauen die Kathedrale übersehen (und dabei hatte ich sogar meine Hose zum Trocknen aufgehängt) – naja – die kann man ja auch leicht übersehen….



2. der Himmel war voller Wolken. Was ist denn da los? Südfrankreich mit Steiermark Wetter? Die Wettervorhersage sagte bedeckt aber kein Regen – immerhin. So startete ich bei 27°C wieder auf diesen netten kleinen Straßen. Ein wenig Bedenken hatte ich wieder aber gestern hat es ja auch ganz gut funktioniert. Es ging vorbei an dem was ich gestern als Sumpf bezeichnet habe (es sind aber eher große Seen – zumindest ist Wasser drin) und an einem Kanal entlang. Das Schild „Sackgasse“ ignorierte ich einfach denn das gilt sicher nur für Autos… Und da es an einer Bahnstrecke entlang geht wird es schon nicht plötzlich aus sein – dachte ich. Nach einigen Kilometern Fahrt wurde es immer schmaler und außer einem Damm für die Bahn war gerade noch mein Weg (für eine Straße war der Belag schon zu schlecht) vorhanden und sonst links und rechts nur Wasser. Und dann zweigte die Bahn nach rechts ab, ich musste aber nach links. Kein Problem bis: geschlossener Schranken.



Nun war es auch nur mehr ein schmaler Schotterweg aber alles zurück wollte ich auch nicht -> weiter.
Erst so:



Dann so:



Und irgendwann so:



Mein Navi half mit nun auch nicht mehr weiter – außer dass wirklich überall außen herum Wasser war.


Auf Google Maps schaut das dann so aus:



Der Weg war offensichtlich schon länger nicht mehr befahren. Ich fuhr nämlich die ganze Zeit durch dichte Spinnenweben:



Hätte ich mir nur gestern die Route genauer angesehen…
Da musste ich nun durch und fuhr einfach immer weiter auf einige Gebäude zu, die ich aus der Entfernung sehen konnte. Offenbar aber auch schon länger verlassen:




Danach folgte eine Strecke, die mir mit dem Mountainbike sicher Spaß gemacht hätte, so war es eher mühsam – insbesondere als noch Sand dazu kam.




Irgendwann erreichte ich dann aber zumindest wieder einen grob befestigten Weg und danach eine Straße. Heute fahre ich sicher keine Wege mehr, die nicht asphaltiert sind – dachte ich.
Um nicht wieder auf so einen Schleichweg zu gelangen musste ich nun einen größeren Umweg in Kauf nehme. Aus den 160 km sollten so 170 km werden.
Ich stieß nach einiger Zeit wieder auf meine ursprünglich Route, die zur Küstenstraße, die ich unbedingt fahren wollte, führen sollte. Doch nicht ohne vorher noch eine Mountainbike Strecke fahren zu müssen. Dieses Mal war es nicht nur schmal sonst steil bergauf und noch viel steiler (das wäre selbst mit Downhill Rad eher nichts geworden.

Eigentlich sollte hier jetzt ein Foto sein. Mein Laptop ist beim Kopieren der Fotos aber abgestürzt und jetzt lassen sich einigen Fotos nicht öffnen und auf der Kamera sind sie schon nicht mehr... Daher leider vorerst keine Fotos


Endlich auf der Küstenstraße ging es auf und ab. Nach einem Ort rauf, um eine Kurve und wieder hinunter. Das Wetter, das ich mir in der Früh gewünscht hatte war nun zurück. Sonne bei über 30°C, was das Hinauffahren steiler Straßen nicht unbedingt leichter machte. 








Nur damit man einen Eindruck hat wie es hin und her und auf und ab geht hier ein Detail vom GPS log zur Route und den Höhen:




Und gerade auf halber Strecke einen Berg hinauf bemerkte ich, dass das Hinterrad weich wurde. Ich verlor schon wieder Luft. Nicht so schnell wie vor ein paar Tagen aber viel Druck war nicht mehr da. Am Berg reparieren wollte ich nicht also etwas nachpumpen und weiter. 




Es war nun schon fast 15 Uhr und gegessen hatte ich noch nichts. In Frankreich gibt es um die Zeit leider auch nichts zu essen – nicht einmal ein Sandwich. So musste ich also weiter fahren (und immer wieder pumpen) und mein Wasser ging mir auch noch aus. Ich dachte schon darüber nach, ob ich nicht einmal auf einem Parkplatz an der Küstenstraße jemanden nach Wasser fragen sollte als plötzlich in einem kleinen Ort irgendwo am Berg etwas auftauchte: Ein Lidl!!! So langsam wird mir dieses Geschäft sympathisch.

Es ging wieder auf und ab und irgendwann nur mehr bergauf. Am „Pass“ folgte die alte Grenzstation und danach dann auch offiziell die Landesgrenze:



So schaut übrigens ein Hang aus, auf dem vor einiger Zeit der Wald gebrannt hat:




Im nächsten Ort gab es dann auch etwas zu essen (Spanier sind mit der Zeit offenbar nicht so kleinlich) und ich hatte Zeit meinen Luftverlust zu untersuchen.

BTW: Vorher hatte sich am Hinterrad schon wieder eine Speiche gelöst. Da muss ich jetzt einmal ein wenig über Stevens schimpfen denn bei einem ordentlich gebauten Hinterrad sollte so etwas nicht passieren. Und so dramatisch ist die Belastung sicher nicht. Mit Packtaschen und dem was ich am Körper trage kommen nicht einmal 80 kg zusammen. Das ist noch innerhalb der Grenze für richtige Leichtbauteile. Und Leichtbau sind de 1900g Laufräder nun wirklich nicht – ganz im Gegenteil (das einzige was ich an dem Rad auch nicht besonders gelungen finden – von den bleischweren Centerlock Bremsscheiben einmal abgesehen).  Da muss ich einmal in Barcelona nachschauen, ob ich eine Lösung finde.
Und der Reifen sah nicht gut aus. Zahlreiche Schnitte auf der Lauffläche, die Seitenwand teilweise angescheuert,… Das Loch war dann auch schnell gefunden und dank dem vor 2 Tagen gekauften Ersatzschlauch schnell repariert. Aber mit dem Reifen müsste ich mir etwas einfallen lassen denn das geht nicht mehr lang gut.






Da trifft es sich gut, dass ein Freund von mit Mitinhaber eines Bike Geschäfts am Neusiedler See ist.


So kann ich mir morgen noch genau den passenden Reifen + Schlauch nach Barcelona mitbringen lassen.
Auch nach der Pause ging es weiter auf und ab. Es boten sich wunderschöne Ausblicke aber in der Sonne mit dem schweren Rad ist es schon anstrengend. Einen weiteren Schotterweg ließ ich aus -> weiterer Umweg und erreichte kurz vor 19 Uhr L’Escala.

Den Ort kann man zusammenfassend schnell beschreiben mit „der Lack ist ab“. Vor 40 oder 50 Jahren war das hier vielleicht schick, jetzt ist es nur mehr alt. Über retro schon hinaus und für antik zu jung. Nicht nur mein Hotel war so sondern irgendwie alles.







Ich hatte mir ein den Kopf gesetzt unbedingt heute noch im Meer zu baden, was ich dann auch tat. Zum Abendessen war es mir zu spannend mich noch mit den spanischen Spezialitäten auseinander zu setzen und da ohnehin jedes Restaurant auch Pizza hat wurde es Pizza. Ich war begeistert von der Preisgestaltung der Restaurants. So fand ich die 6,35 oder 8,05 schon irgendwie ungewöhnlich. In manchen Restaurants wurde es dann aber noch detaillierter.



Man hätte es vielleicht noch wie an der Tankstelle machen können mit einer 3. Nachkommastelle…


Alle Fotos gibt es hier: (Da das Internet wieder zu langsam ist folgen einige Fotos nach)


Tourdaten:

Gesamtkilometer Reise: 1.802 km
Tageskilometer: 173,7
Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,1 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 63,1 km/h
Fahrzeit: 7:29


Es war damit zwar nicht die längste Strecke von der Kilometer, dafür aber von der Zeit und daher auch von der Durchschnittsgeschwindigkeit am langsamsten.




Ausblick:
Morgen geht es nach Barcelona. Meine letzte Etappe vor einer längeren Pause. Auf Empfehlung aus einem Forum habe ich mir noch eine ganz besondere Straße auf meine Route gelegt:


Danach sollte es dann eher unspektakulär nach Barcelona gehen. Wobei ich schon gespannt bin wie es in spanischen Großstädten mit dem Fahrrad ist. Italien und Frankreich waren mühsam.

Streckenlänge: 150 km
Höhenmeter aufwärts: 711m

Höchster Punkt: 244m




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