Freitag, 21. August 2015

21. Etappe: Badajoz - Évora

Hätte ich gestern Abend auf die Karte geschaut, wäre mir sicher aufgefallen, dass Badajoz nur kurz vor der portugiesischen Grenze liegt. Ich hatte gedacht, dass es noch etwas weiter wäre weil Portugal auf der Karte, die ich im Kopf hatte so schlank ausschaut. 

Normalerweise war es leicht zu erkennen, dass man eine Landesgrenze überquert. Meist kam ein Schild, dass die Grenze ankündigt, dann alte Grenzanlagen, ein Schild mit dem Landesnamen auf blauem Hintergrund von gelben Sternen umgeben und dann häufig noch ein Hinweis weil schnell man wo fahren darf. Nicht aber so bei dieser Grenze. Ich habe mich nur gewundert, dass der Straßenbelag plötzlich anders war und auf beiden Seiten mit roter Farbe gekennzeichnet Fahrradwege waren. Erst als auch vor den Häusern nur mehr Autos mit portugiesischen Kennzeichen standen ahnte ich es. Ich war schon über die Grenze gefahren und hatte kein Schild zum Fotografieren gefunden.  Schade – aber da war einfach keins. Dafür aber das erste Mal mein Endziel auf einem Straßenschild:




Gestern hatte ich noch angenommen, dass es heute wegen der wenigen Kilometer eine Spazierfahrt werden würde. Am Vormittag hatte ich mir Zeit gelassen und bin erst kurz nach 11 gestartet – vor allem aber auch wegen der Zeitverschiebung – in Portugal war es ja erst kurz nach 10. Doch ich hatte die Rechnung ohne den Wind und die wellige Straßenführung gemacht. Es war wieder so ein nicht endendes Auf und Ab und dazu eben nach Wind. Man sieht es auch an der Durchschnittsgeschwindigkeit – im war rd. 7 km/h langsamer als gestern! Der Wind macht einfach enorm etwas aus.

Zu dem neben der Strecke kann ich dieses Mal wirklich nur sagen: Wie die letzten Tage:




Und wenn ich immer geschrieben hat was die Spanier so anbauen neben der Straße muss ich hier schreiben, dass die Portugiesen abbauen. Nämlich Marmor. In diesem Bereich war alles voller Marmorsteinbrüche. Und das, was auf dem Foto so ordentlich aufgestapelt ist, sind riesige Marmorblöcke:



Dass der Wind gegen Nachmittag immer noch einmal stärker wird wusste ich schon. Und selbst obwohl es heute nur 103 km waren – ich hatte das Gefühl es wäre deutlich mehr. Aber jeden 2. Tag habe ich das Gefühl, dass es mühsamer ist mit dem Fahren. Heute war wieder so ein Tag; dann kann es morgen nur besser werden.

Die Wettervorhersage hatte für hier – Évora – nur 27°C voraus gesagt. Meiner Meinung nach war es deutlich wärmer – vor allem wenn man die Berge hinauf fährt und der Fahrtwind fehlt merkt man es… Und außerdem merkt man, dass ein Rad mit 18 kg einfach nicht optimal ist, um Berge hinauf zu fahren. Als ich es noch in Wien (bzw. um Wien herum) getestet hatte war ich ohne Gepäcktaschen unterwegs. Ein unheimlicher Unterschied, den man auf der Ebene nicht so spürt (eh klar – wollte es nur noch einmal erwähnen)

Kurzer Einschub, der eigentlich nichts mit der Route zu tun hat – ich aber irgendwie erwähnenswert finde: Beim Schreiben dieses Posts sitze ich beim Telepizza (hatte ich ja in Spanien entdeckt) beim Abendessen und gerade ist etwas Überraschendes passiert. Ein Gast (Kind) hat einen Sessel vom Tisch weg gezogen, was auf dem Steinboden einen extrem hohen, quietschenden Ton erzeugt hat. Im gleichen Moment ist von der gegenüber liegenden Wand, an der ich sitze ein Buchstabe (das „z“) vom „Telepizza“-Schriftzug von der Wand gefallen….(man sieht es am Boden liegen) Kurios..



Alle Fotos von heute gibt es hier:


Tourdaten:

Gesamtkilometer Reise: 3.167 km
Tageskilometer: 103,3
Durchschnittsgeschwindigkeit: 23,5 km/h
Höchstgeschwindigkeit 46,4 km/h




Ausblick:

Morgen wird meine Tour in Lissabon enden. Als ich anfing über diese Reise nachzudenken und mir alles auf der Karte angesehen habe, habe ich schon gesehen, dass aus meiner Richtung eine Bucht vor Lissabon liegt. Da es nur Autobahnbrücken gibt, ist seit dem die Vorstellung in meinem Kopf, dass ich mit meinem Rad auf einer Fähre stehend auf das am Berg liegende Lissabon zufahre. Nun könnte ich auch außen herum fahren (ca. 30 km Umweg) aber man hat ja von manchen Dingen gewisse Vorstellungen wie es werden könnte. Und genauso wie ich Vorstellungen vom spanischen Hinterland hatte (flach und wenig los…. Naja – wenig los stimmt, flach nicht), hatte ich eben dieses Bild im Kopf und werde deswegen versuchen morgen die Fähre um 16:00 von Mojito nach Terreiro do Paço (das ist mehr oder weniger in Lissabon) nehmen. Da diese nur alle 1,5 Stunden fährt muss ich das morgen gut timen.
BTW: Lissabon liegt tatsächlich am Berg wie man auch am Höhenprofil erkennt. Auf den allerletzten 5 Kilometern muss ich noch einmal 84 m hinauf.

Die Strecke für morgen ist deshalb in zwei Pläne geteilt, da ich die Fähre nicht einbinden kann.

Aber bevor ich morgen losfahren muss ich erst etwas anderes machen. Als ich gerade zurück ins Hotel gekommen bin und an meinem Fahrrad vorbei gegangen bin, habe ich gesehen, dass der hintere Reifen mal wieder platt ist. Mal schauen was da wieder los ist...

Etappendaten:

Tageskilometer: 105,2 km + 4,9 km
Höhenmeter aufwärts: 472 m + 84 m
Höchster Punkt: 357 m





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