Nun ist auch die 18. Etappe schon vorüber und so langsam
nähert sich meine Tour dem Ende. In ca. 450 km werde ich in Lissabon sein und
habe hierfür noch 4 Tage Zeit. Die kommenden 4 Tage werde ich daher etwas
kürzere Etappen fahren, da es sich nicht lohnen wird in diesen kleineren
Städten einen ganzen Tag zu verbringen. Bei Etappenlängen von nur 100 – 130 km
werde ich am Abend bzw. tagsüber ausreichend Zeit haben wenn es etwas Interessantes
gab.
In dieser Gegend hier gibt es das nämlich nicht. Heute war
es nicht ganz so fad wie gestern aber wirklich sehenswertes gibt es auch hier
nicht. Es ging eigentlich gang gut los – minimal bergab und fast windstill, so
dass ich bis zu meiner ersten Pause (ich musste Wasser kaufen) mit fast 28 km/h
im Schnitt sehr gut voran kam. Aber auch nur bis dort denn dann kam wieder der
Gegenwind von gestern zurück und mein Speed wieder deutlich nach unten. Zudem
wurde es wieder etwas bergiger.
Wobei mir Berge 10x lieber sind als Wind. Denn das, was ich
bergauf fahre, fahre ich irgendwann wieder runter. Während Gegenwind heute noch
lange nicht Rückenwind morgen bedeutet.
Landschaftlich gab es nicht viel neues – außer, dass zu den
Felder jetzt auch Schafe hinzu kamen. Die taten mir irgendwie leid: mit dem
Fell in der Sonne, bestenfalls gedrängt unten den wenige Olivenbäumen oder auf
der trockenen Erde nach etwas essbaren suchend.
Es ist wirklich unglaublich wie leer diese Gegend hier ist.
Ich muss meine Pausen nicht nach meiner Kondition oder Lust einteilen sondern
danach wo es überhaupt etwas zu essen gibt. Die Lidl Märkte, über die ich mich
in Frankreich und anfangs in Spanien so gefreut habe gibt es hier natürlich
nicht mehr. Sie wurden durch Repsol Tankstellen ersetzt.
Sofern ist nicht nur kilometerweit gerade aus geht gefällt es
mir hier aber. Besonders zum Schluss, als es wieder bergiger wurde, mehr Bäume
dabei waren und die Straße auch wieder kurvig wurde, machte es richtig Spaß.
Allerdings ist es jetzt (gestern und vorgestern eigentlich auch schon) richtig
heiß. Mittags hat es 35°C im Schatte – nur dass es keinen Schatten gibt. Macht
sicherlich nicht jedem Spaß bei diesen Temperaturen einen Berg hinauf zu fahren
– mir schon. Wobei ich auch relativ hitzeunempfindlich bin. Wenn man da
empfindlich ist, ist das hier sicher nichts.
Ich hatte gestern ja etwas Bedenken, ob die Entscheidung von
meiner liebgewonnenen N-430 abzuweichen eine gute Idee wäre weil diese ja so
schön zu fahren war. Nicht dass die kleineren Straßen dann doch nicht mehr so
gut sein würden.
Aber auch diese sind hervorragend. Ich habe noch nie auf
unseren Reisen durch Europa mit dem Auto (und mit dem spürt man schlechte
Straßen besonders gut weil „etwas“ härter) derart gute Straßen wie hier erlebt.
Man muss fairer Weise dazu sagen, dass dies sicher nicht
immer so gewesen ist. Zu Beginn nahezu jeder Straße findet sich eine große
Tafel mit dem Hinweis, dass die Straße mit EU Förderungen gebaut/saniert wurde
(zumindest verstehe ich es so). Hier wurde in den letzten Jahren ein Vermögen
für neue, schöne Straßen ausgegeben. Ich bin dankbar dafür – in wie fern das
tatsächlich sinnvoll ist lasse ich einmal so stehen. Es gibt hier außer
Landwirtschaft einfach nichts. Und wozu man bei der dünnen Besiedlung so tolle
breite Straßen braucht ist mir rätselhaft. Und dass sich deswegen jetzt hier Unternehmen
ansiedeln würde kann ich mir auch kaum vorstellen. However: Zum Rennradfahren
ist es jedenfalls eine optimale Region hier – vor allem weil es kaum Verkehr
gibt. Teilweise sehe ich ½ Stunden überhaupt kein Auto oder LKW (die gibt es
hier eh kaum).
Die Rückführung des Rades selber ich komplizierte als ich
dachte. Eigentlich war der Plan das Rad in einem von einem Freund geliehenen
Koffer, der ich mir am Samstag mitbringen lassen wollte, zu stecken. Allerdings
kostet der Koffer schon am Hinflug 120 EUR extra, am Rückflug wenn ich nicht
unter der 23kg Grenze bleibe sogar 190 EUR. Da ist die AUA jetzt schon sehr
kleinlich – woanders gehen solche Radkoffer kostenlos mit…
Und dass man 3 Versuche braucht bevor man eine sinnvolle
Antwort bekommt spricht auch nicht gerade für die AUA, die sich selber ja nicht
als Billig-Airline ohne Service sieht. Ich werde jetzt versuchen in Lissabon
einen Radkarton zu organisieren, das Rad ordentlich verpacken und den Karton
dann als meinen Koffer meinen Koffer aufgeben. Ist zwar auch nicht kostenlos
aber zumindest jedenfalls unter 23kg und nicht noch am Hinflug.
Alle (11 Stück - hier ist es wirklich nicht sehr spannend) Bilder gibt es hier:
Tourdaten:
Gesamtkilometer Reise: 2.824 km
Tageskilometer: 163,6 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,5 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 57,7 km/h
Fahrzeit: 6:39
| hier ist in Fehler bei den Höhenmetern ganz zu Beginn. Ich war natürlich nicht kurz auf 200m und dann wieder 600. |
Ausblick:
Morgen folgt schon eine kürzere Etappe, die Tage danach wird es dann noch etwas weniger. Dafür fahre ich erstmals mehr als 4 Tage hintereinander. Bis Samstag werden es sogar 7 Tage ohne Pause sein. Aber dafür eben nur 100 - 135 km.
Tourkilometer: 127 km
Höhenmeter aufwärts: 1228 m
Höchster Punkt: 668 m
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