Mittwoch, 19. August 2015

18. Etappe: Manzanares - Almadén

Nun ist auch die 18. Etappe schon vorüber und so langsam nähert sich meine Tour dem Ende. In ca. 450 km werde ich in Lissabon sein und habe hierfür noch 4 Tage Zeit. Die kommenden 4 Tage werde ich daher etwas kürzere Etappen fahren, da es sich nicht lohnen wird in diesen kleineren Städten einen ganzen Tag zu verbringen. Bei Etappenlängen von nur 100 – 130 km werde ich am Abend bzw. tagsüber ausreichend Zeit haben wenn es etwas Interessantes gab.

In dieser Gegend hier gibt es das nämlich nicht. Heute war es nicht ganz so fad wie gestern aber wirklich sehenswertes gibt es auch hier nicht. Es ging eigentlich gang gut los – minimal bergab und fast windstill, so dass ich bis zu meiner ersten Pause (ich musste Wasser kaufen) mit fast 28 km/h im Schnitt sehr gut voran kam. Aber auch nur bis dort denn dann kam wieder der Gegenwind von gestern zurück und mein Speed wieder deutlich nach unten. Zudem wurde es wieder etwas bergiger.
Wobei mir Berge 10x lieber sind als Wind. Denn das, was ich bergauf fahre, fahre ich irgendwann wieder runter. Während Gegenwind heute noch lange nicht Rückenwind morgen bedeutet.
Landschaftlich gab es nicht viel neues – außer, dass zu den Felder jetzt auch Schafe hinzu kamen. Die taten mir irgendwie leid: mit dem Fell in der Sonne, bestenfalls gedrängt unten den wenige Olivenbäumen oder auf der trockenen Erde nach etwas essbaren suchend.





Es ist wirklich unglaublich wie leer diese Gegend hier ist. Ich muss meine Pausen nicht nach meiner Kondition oder Lust einteilen sondern danach wo es überhaupt etwas zu essen gibt. Die Lidl Märkte, über die ich mich in Frankreich und anfangs in Spanien so gefreut habe gibt es hier natürlich nicht mehr. Sie wurden durch Repsol Tankstellen ersetzt.
Sofern ist nicht nur kilometerweit gerade aus geht gefällt es mir hier aber. Besonders zum Schluss, als es wieder bergiger wurde, mehr Bäume dabei waren und die Straße auch wieder kurvig wurde, machte es richtig Spaß. Allerdings ist es jetzt (gestern und vorgestern eigentlich auch schon) richtig heiß. Mittags hat es 35°C im Schatte – nur dass es keinen Schatten gibt. Macht sicherlich nicht jedem Spaß bei diesen Temperaturen einen Berg hinauf zu fahren – mir schon. Wobei ich auch relativ hitzeunempfindlich bin. Wenn man da empfindlich ist, ist das hier sicher nichts.
Ich hatte gestern ja etwas Bedenken, ob die Entscheidung von meiner liebgewonnenen N-430 abzuweichen eine gute Idee wäre weil diese ja so schön zu fahren war. Nicht dass die kleineren Straßen dann doch nicht mehr so gut sein würden.
Aber auch diese sind hervorragend. Ich habe noch nie auf unseren Reisen durch Europa mit dem Auto (und mit dem spürt man schlechte Straßen besonders gut weil „etwas“ härter) derart gute Straßen wie hier erlebt.
Man muss fairer Weise dazu sagen, dass dies sicher nicht immer so gewesen ist. Zu Beginn nahezu jeder Straße findet sich eine große Tafel mit dem Hinweis, dass die Straße mit EU Förderungen gebaut/saniert wurde (zumindest verstehe ich es so). Hier wurde in den letzten Jahren ein Vermögen für neue, schöne Straßen ausgegeben. Ich bin dankbar dafür – in wie fern das tatsächlich sinnvoll ist lasse ich einmal so stehen. Es gibt hier außer Landwirtschaft einfach nichts. Und wozu man bei der dünnen Besiedlung so tolle breite Straßen braucht ist mir rätselhaft. Und dass sich deswegen jetzt hier Unternehmen ansiedeln würde kann ich mir auch kaum vorstellen. However: Zum Rennradfahren ist es jedenfalls eine optimale Region hier – vor allem weil es kaum Verkehr gibt. Teilweise sehe ich ½ Stunden überhaupt kein Auto oder LKW (die gibt es hier eh kaum).



Die Rückführung des Rades selber ich komplizierte als ich dachte. Eigentlich war der Plan das Rad in einem von einem Freund geliehenen Koffer, der ich mir am Samstag mitbringen lassen wollte, zu stecken. Allerdings kostet der Koffer schon am Hinflug 120 EUR extra, am Rückflug wenn ich nicht unter der 23kg Grenze bleibe sogar 190 EUR. Da ist die AUA jetzt schon sehr kleinlich – woanders gehen solche Radkoffer kostenlos mit…
Und dass man 3 Versuche braucht bevor man eine sinnvolle Antwort bekommt spricht auch nicht gerade für die AUA, die sich selber ja nicht als Billig-Airline ohne Service sieht. Ich werde jetzt versuchen in Lissabon einen Radkarton zu organisieren, das Rad ordentlich verpacken und den Karton dann als meinen Koffer meinen Koffer aufgeben. Ist zwar auch nicht kostenlos aber zumindest jedenfalls unter 23kg und nicht noch am Hinflug.
 Alle (11 Stück - hier ist es wirklich nicht sehr spannend) Bilder gibt es hier:



Tourdaten:

Gesamtkilometer Reise: 2.824 km
Tageskilometer: 163,6 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,5 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 57,7 km/h
Fahrzeit: 6:39


hier ist in Fehler bei den Höhenmetern ganz zu Beginn. Ich war natürlich nicht kurz auf 200m und dann wieder 600.



Ausblick:

Morgen folgt schon eine kürzere Etappe, die Tage danach wird es dann noch etwas weniger. Dafür fahre ich erstmals mehr als 4 Tage hintereinander. Bis Samstag werden es sogar 7 Tage ohne Pause sein. Aber dafür eben nur 100 - 135 km.

Tourkilometer: 127 km
Höhenmeter aufwärts: 1228 m
Höchster Punkt: 668 m




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