Montag, 10. August 2015

12. Etappe: L'Escala - Barcelona

Letzte Etappe vor dem Urlaub vom Urlaub ;-)

Heute hatte ich mir im Vergleich zu den vorigen Tagen eine eher kürzere Route ausgesucht (rd. 154 km), die nur durch die Küstenstraße etwas spannender werden könnte. Dieses Mal hatte ich die Route vorher eigentlich genau geprüft, ob nicht wieder unbefestigte Straßen dabei waren. Wenn schon eine Nummer vergeben wird für die Straße und sie einen richtigen Namen hat wird so ja wohl nicht unasphaltiert sein...

Leider doch. Einmal davon abgesehen ging es wechselnd auf großen und kleinen Straße Richtung Küstenstraße. Das Wetter sollte bedeckt sein und war es dann auch bis ca. 11 Uhr. Danach wurde es wieder richtig war. Man merkt dann doch, dass es Spanien ist. 

Die Küstenstraße ist im Gegensatz zu der in Italien und Frankreich in den Karten eher als Nebenstraße eingezeichnet, jedoch recht beliebt und daher auch eher stark befahren. Und es waren doch tatsächlich einige Radfahrer mit mir unterwegs. 



(Foto ist noch unten im Ort vor Beginn der Straße aufgenommen - der weniger sportlich aussehende Radler ist mit Unterstützung eines Elektromotors unterwegs gewesen. Das ist doch manchmal etwas überraschend wenn von hinten jemand angezischt kommt und während ich mühsam mit 12 km/h den Berg hinauf fahren und jemand mit 20 km/h an mir vorbei schießt. In Österreich schienen überhaupt alle Tourenfahrern mit Elektromotor unterwegs zu sein.....)

Die Straße selber war dann ähnlich der in Frankreich nur wie ich fand nicht ganz so schön weil immer wieder recht weit vom Meer entfernt. 









Es ging genauso auf und ab (man sieht es an den Höhenlinien und meiner Geschwindigkeit - 30 km auf und ab waren doch recht anstrengend).





An einem der Parkplätze an der Küstenstraße, die als Aussichtspunkte dienen dann plötzlich bekannte Autokennzeiche. Ein Gruppe Motorradfahrer aus Wien hielt auch gerade dort an, um den Ausblick zu genißen. Ich habe mich kurz mit ihnen unterhalten und sie fanden es recht amüsant, als sie feststellten, dass sie für den Weg nach Wien 12 Tage eingeplant hatte. Genauso lang wie ich mit dem Fahrrad hier her gebraucht hatte.



Nachdem ich die Küstenstraße verlassen hatte ging es durch die Costa Brava Stradorte wie Lloret de Mar usw.. Lloret de Mar muss man sich vorstellen wie einen Großstadt mit 6 spurigen Straßen, Hochhäusern aber eben nur für Touristen. Muss man mögen... Wobei ich auch nicht am Strand war sondern nur ein Stück entfernt parallel gefahren bin.




Schon zu Beginn der Etappe hatte ich Gegenwind, in den Bergen fällt dieser dann immer nicht so auf aber nach den Bergen kehrte mit den Wolken auch der Gegenwind zurück. Nun aber so starkt wie ich ihn überhaupt noch nicht gehabt habe. Das war so einer der Momente, wo ich mich gefragt habe was ich hier eigentlich tue. Ich könnte irgendwo in der Sonne am Stand liegen, statt dessen kämpfe ich 60 km gegen einen Wind, der mich gefühlt kaum voran kommen lies. Hoffte ich erst noch auf knapp 25 km/h auf der Ebene erreichte ich zum Schluss nicht einmal mehr 20 km/h und war dabei völlig außer Atem. 


man sieht am Meer und den Fahnen wie stark der Wind war
Und immer wenn ich es brauche taucht offenbar ein Lidl auf. Heute wieder. In Spanien musste ich mich aber erst neu orientieren; das Wasser ich nicht bei den Getränken sondern beim Waschmittel?! Aber es waren nicht nur Getränke die ich brauchte sondern auch einfach kurz Ruhe. Wenn man selber mit 20 km/h fährt und einem der Wind mit 30 km/h (oder mehr) entgegen bläst ist es so, als ob man in einem 50 km/h Sturm steht. Es ist einfach dauerhaft so laut, dass ich die Ruhe im Lidl richtig genossen habe.

Kurz bevor ich Barcelona erreichte begann es tatsächlich leicht zu regnen, dafür wurde der Wind schwächer. In Barcelona dann wieder wie in Nizza unendlich viele Ampeln. Ich war schon ein paar Kilometer gefahren und hatte noch 9,7 Kilometer bis zu meinem Ziel und dachte ich könnte einmal die Ampeln bis zum Ziel zählen. Naja - mehr als 30 können es ja eigentlich nicht werden.

Es waren schlussendlich 81 Ampeln auf 9,7 Kilomter. 81!! Und dabei habe ich nur die gezählt, die wirklich direkt für mich galten und vorher auch schon zahlreiche passiert bevor ich mit dem Zählen angefangen habe. Und ehrlich gesagt - ich habe irgendwann beschlossen, dass niemand erwarten kann, dass man bei so vielen Ampeln wirklich überall bis zum Schluss stehen bleibt. Vor allem waren zahlreiche Fußgängerampeln dabei, die rot wurden ohne dass auch nur irgendwo ein Fußgänger zu sehen war. Am Hotel angekommen (ca. 18:45) begann es dann stärker zu regnen. Diese Mal war das Timing perfekt.

Alle Bilder finden sich hier:

Link zu Galerie von Etappe 12


Tourdaten:

Gesamtkilometer Reise: 1.959 km
Tageskilometer: 156,9 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,8 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 55,3 km/h
Fahrzeit: 6:52




Ausblick:

Die nächsten Tage bin ich in Barcelona - für Mittwoch plane ich rd. 70 km zu fahren, um schon etwas an Strecke nach Valencia (soll nach 2 weiteren Tagen mein Ziel sein) zu fahren. Die genauen Daten folgen später.

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