Nach 3 komplett fahrradfreien Tagen ging es nun heute,
Mittwoch 12.8.2015 wieder los. Jedoch keine komplette Etappe mit rd. 150 km
sondern lediglich rd. 75 km, da ich erst um 15 Uhr gestartet bin.
Am Vormittag hatten wir uns noch die Sagrada Familia
angesehen (Fotos sind leider auf der anderen Kamera – die reiche ich dann nach)
– mehr zu Barcelona im Post zu Barcelona. Um 15 Uhr ging es dann also los. Und
ich war überhaupt nicht motiviert. Irgendwie war ich müde, das Wetter war nicht
schön (bewölkt und sehr schwül) und mir fehlte das Ziel, auf das ich mich
freute, das ich auf den bisherigen Etappen immer hatte (erst gutes Wetter, dann
das Meer, dann die schönen Straßen, die interessanten Städte und dann
Barcelona). Jetzt war da irgendwie nur Valencia in 2,5 Tagen und dann
irgendwann Lissabon.
However – ich fuhr los denn schließlich will ich einerseits
am Freitagabend in Valencia sein, andererseits hatte ich vor dem Auschecken
meinen Rückflug gebucht; von Lissabon. Ein Zurück gibt es jetzt also nicht mehr
– es sein denn ich will den Flug verfallen lassen, irgendwie mühsam von
woanders fliegen,…
Vorher hatte ich das Rad noch einmal gechecked; die Kette
ist trotz über 2200 Gesamtkilometer, die das Rad nun hat) noch top. Das
Messgerät (Rohloff) rutscht noch fast überhaupt nicht in die Kette hinein. So
konnte die Kette, die ich mir hatte mitbringen lassen wieder mit zurück nach
Wien. Den Reifen zu wechseln war ich auch zu faul auch wenn an einer Stelle
(Schnitt in der Lauffläche) schon der Schlauch sichtbar ist. Wer weiß was noch
kommt und wenn ich ohnehin pumpen muss kann ich auch auf die nächste Panne
warten. Jetzt war gerade so schön viel Druck auf dem Reifen. Die Technik passt
also auch, um zu starten.
Diese halbe Etappe hatte ich heute gewählt, um nicht wieder
solche unendlich langen Etappen haben zu müssen am Weg nach Valencia (von
Barcelona ca. 375 km), so dass es mit den 75 km heute und 2x 150 km perfekt
passen sollte.
Meine Fahrt aus Barcelona heraus begann so wie die 12.
Etappe geendet hatte. Unendliche viele Ampeln und dann ein beliebiges,
langweiliges sich ziehendes Industriegebiet. Noch dazu Straßen, die ich nicht
gibt und dafür andere, die es nicht geben sollte (ich fuhr auf einer Art
halbfertigen Autobahn, da mein Radweg nicht existierte..)
Genau das hatte ich geahnt. Nicht nur dass ich ohnehin schon
unmotiviert war – nun kam ich noch so eine langweilige Strecke hinzu mit Stop
and Go wegen der vielen Ampeln und auf der Geraden wieder Gegenwind. So fuhr
ich in 2. Reihe parallel zur Autobahn ohne Blick auf das Meer die Küste
entlang.
Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass der Rest
meiner Etappe auch so werden würde, also ich mich plötzlich auf einer
wunderschönen Küstenstraße wieder fand. Auch die Sonne kam heraus und das Meer
glitzerte. Das sind die Augenblicke, die motivieren und bei denen ich wieder
weiß wozu ich das ganze mache.
Es waren zwar nur rd. 20 km bis wieder eine „normale“ Straße
kam aber es hat gereicht, dass auch diese Etappe etwas Besonderes hatte.
Mein heutiges Ziel hieß Creixell. Eigentlich schon klein
genug war das Hotel noch rd. 2 km außerhalb. Zu Fuß machte ich mich auf den Weg
zum Essen und kam an dem vorbei, das ich eigentlich nach dem was man aus den
Medien in den letzten Jahren so gehört hatte schon vermisst hatte. Die
Immobilienprojekte, die im Zuge der Immobilienkrise übrig geblieben sind. Hier
gibt es überall Ferienhäuser (eher Ferienhausanlagen) die teils recht fertig
aussehen, teils wurde nur der Grund aufgeschlossen und nie richtig begonnen.
Die Werbetafeln sind schon völlig verblichen und eine richtige Infrastruktur
gibt es auch nicht. Im Ort selber hatte ich größte Mühe überhaupt eine
Essmöglichkeit zu finden. Restaurants gibt es offenbar keine mehr. Die, die auf
Tripadvisor eingezeichnet waren, sind geschlossen. So bliebt mir nur eine Bar,
die Tiefkühlpizza aufbackt… immerhin.
Alle Bilder gibt es unter folgendem Link:
Tourdaten:
Gesamtkilometer Reise: 2.034 km
Tageskilometer: 75,0 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,2 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 50,1 km/h
Fahrzeit: 3:06
Ausblick *)
Morgen fahre ich nach Peñíscola (irgendwie habe ich es gerade mit den komischen Ortsnamen)
Streckenlänge: 152 km
Höhenmeter aufwärts: ca. 912 m
Höchster Punkt: 160 m
*) ich muss leider zur Routenplanung einen anderen Anbieter wählen. Mein bisher favorisiertes naviki.org leitet mich nur mehr über Kleinststraßen, obwohl die N-340, die hier an der Küste verläuft für Fahrräder nicht verboten ist. Ich bin daher auf http://www.cycleroute.org/ umgestiegen.
Ich hoffe es ist wieder eine schöne Küstenstraße dabei und
nicht nur Strecken mit Gegenwind durch das Hinterland.
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