Dienstag, 4. August 2015

8. Etappe: Ospedaletti - Besse sur Issole

Die 8. Etappe war wirklich harte Arbeit. Da dem Gastgeber Frühstück um 7 zu früh war sollte es erst um 8 etwas zu essen geben. Grundsätzlich ja nicht dramatisch - da ich einen längere Etappe geplant hatte und wieder baden gehen wollte aber nicht ganz optimal...
Die Unterkunft war dafür einmalig schön. "Etwas" am Hang über Ospedaletti gelegen hatte man vom Bett aus einen Blick über das Meer und die an der Küste liegenden Orte.

Ich buche die Übernachtungen ja immer am Abend oder spätestens in der Früh im Voraus und gehe daher immer nach dem Feedback anderer Gäste bei booking.com . Ich wurde so eigentlich noch nie enttäuscht (ok - das in Piacenza war etwas mühsam). Hier hatte ich einen großen Raum mit eigener Küche, der Küchentisch war eine alte Hobelbank. Vor meinem Zimmer im Gang (wo es auch Frühstück gab) stand einen alte Moto Guzzi. So etwas Individuelles findet man in keinem Hotel - das gibt es nur in den kleinen B&B. Der Gastgeber war übrigens ein großer Zweiradfan. Ab nächster Saison will er ein spezielles Angebot für Mountainbiker, Rennradfahrer und Motorradfahrer anbieten.

Link zum B&B Villa Gabry Ospedaletti


später kam noch ein hervorragender Käse hinzu sowie Tomate und Mozarella

Als ich dann um 9:30 starten wollte entdeckte ich warum eine der Taschen mehr geklappert hat, als die andere. Es hatte sich eine Schraube gelöst und die untere Halterung hing daher nur mehr halb an der Tasche. Gut, dass ich gerade fertig war mit Packen und nun wieder alles aus der Taschen holen durfte, um diese zu reparieren. Ich hatte zwar keine Ersatzschraube, der untere Rahmen ist jedoch mit 3 Schrauben befestigt, von denen ich die mittlere ausgeborgt habe bis ich Ersatz finde. Leicht verspätet ging es dann also los.




Mein Weg heute war eigentlich einfach. Immer nur an der Küste entlang bis St. Raphael - dachte ich zumindest.

Kurz vor der französischen Grenze dann eine Überraschung. Ich stand sicher schon 20 Sekunden an einer roten Ampel, links neben mir eine Schlange ebenfalls wartender Autos, als es plötzlich einen Schubs von hinten gab.
Etwas überrascht drehte ich mich um und sah, dass mir ein Motorroller hinten auf das Hinterrad aufgefahren war. Zwar nur ganz leicht im Ausrollen aber immerhin..

Bis Monte Carlo ging es dann auch sehr gut weiter, mit wieder wunderschönen Ausblicken:










Die Grenze habe ich dieses Mal auch ohne Zurückfahren fotografieren können.

Monte Carlo selber ist so ... naja. Wer auf sehr gepflegte Hochhäuser steht ok - außer vielen teuren Autos (mehr Ferrari Händler als VW auf meinem Weg) sonst aber keine echten Highlights für mich. Aber wir waren ja erst vor 3 Jahren (kurz) hier.







Auch ab Monto Carlo weiterhin eine taumhafte Straße:










Danach - insbesondere in Nizza - habe ich unglaublich viel Zeit verloren, da Franzosen in vergleichbaren Städte mit vergleichbaren Straßen ca. 5x so viele Ampeln brauchen wie Italiener, um den Verkehr zu regeln. Teilweise steht alle 100m eine Ampel - in Nizza hielt ich an mindestens 20 roten Ampeln. Und dabei kann ich mich mit dem Fahrrad noch vergleichsweise gut an den Auto vorbei schummeln. So ging meine Durchschnittsgeschwindigkeit immer weiter runter und ich verlor unglaublich viel Zeit. 







Ich hatte irgendwie schon wieder verdrängt, was mich als wir vor 3 Jahren mit dem Auto hier waren so unglaublich genervt hat.

Bei der Routenplanung ist es immer so eine Sache mit der Option "kürzere Route". Hierbei nimmt er keine Rücksicht auf Höhenmeter und nimmt teilweise "Abkürzungen" von wenigen 100m, die aber direkt über einen steilen Hügel führen. Nicht immer habe ich dies rechtzeitig erkannt und hierbei viel Kraft gelassen immer wieder auf und ab zu fahren.

Als ich wieder dachte auf eine solche "Abkürzung" zu geraten entschied ich mich an der Küste weiter entlang zu fahren, da die Küstenstraße meist nicht ganz so arg weit hinauf geht. Dieses Mal wäre die andere Strecke aber die bessere gewesen. Nachdem ich zuvor schon zahlreiche Male von 0 auf 100 Meter und wieder hinunter musste, ging es vor St Raphael noch einmal richtig hinauf. Der Ausblick war toll aber bei 35°C ohne Schatten ein 19kg schweres Rad die Berge hinauf bringen - und dass wenn man schon 5 Stunden auf dem Rad sitzt und noch 90 km vor sich hat ist nicht ohne.

Trotzdem kann ich nur jedem empfehlen diese Tour auch einmal zu machen - egal, ob Auto, Motorrad oder Fahrrad. Hier verpasst man, wenn man nur über die Autobahn in einen Ort fährt und oder eine Woche irgendwo am Strand liegt einiges. Ein All-Inclusive Türkei Urlaub für 3 Wochen ist wahrscheinlich günstiger als eine Woche hier aber kann meiner Meinung nach bei weitem nicht mithalten so schön ist es hier.







In Frejus bin ich dann weg vom Meer in westlicher Richtung in Landesinnere. Der Rückenwind hatte mich schon kurz nach dem Start verlassen und in teils starken Gegenwind gedreht, kam nun noch hinzu, dass es bergauf ging. Aber nicht nur 100m sondern rd. 300 Höhenmeter. Und immer wenn man es nicht brauchen kann tat mein Knie plötzlich auch wieder weh. Nun war ich doch schon ziemlich genervt; warm, bergauf, Knie tut weh, müde von 170 km und es schien kein Ende zu nehmen. So erreichte ich erst um 20:00 meine Unterkunft mitten im nirgendwo. Ich hatte die Unterkunft wegen der gutem Bewertungen und des Swimming Pools gewählt - sonst wäre ich sicher niemals auf die Idee gekommen nach Besse sur Issole zu fahren.

Der Gastgeber hatte für mich um 20:45 schon einen Tisch in einem der Dorfrestaurants gebucht (voher per SMS vereinbart). Und so wie ich mich in Italien auf gutes Wetter und die Küstenstraße gefreut habe, habe ich mich in Frankreich auf das Essen gefreut.

Mir war als wir vor 3 Jahren zum ersten Mal hier waren nicht bewusst wie gut Franzosen kochen. Damals gingen wir an unserem ersten Abend los, um etwas zum Essen zu finden. 1. Versuch: Ok - zu teuer, 2. Versuch: ok - auch zu teuer. Conclusio - Essen in Frankreich ist einfach immer recht teuer, an der Cotê d'Azur noch viel mehr. Man sollte immer das Menü nehmen denn dort bekommt man für den Preis recht viel geboten. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass hier grundsätzlich alles super schmeckt. Ich wähle nur grob die Fleischsorte aus - die Zubereitung und die Beilagen sind immer erstklassig. Und so war es auch in meinem Dorfrestaurant (Fotos reiche ich nach - war schon zu dunkel). Preislich haut es einen zwar um beim Blick auf die Karte aber die Qualität entschädigt einfach. Und da ich nur mehr maximal 3 weitere Tage in Frankreich bin geht das schon.

Weitere Fotos gibt es hier:

Link zur Galerie der 8. Etappe

Tourdaten:

Gesamt km Reise: 1.296 km
Streckenlänge gefahren: 182,7 km
gefahrene Zeit: 8:08 h
Durchschnittsgeschwindigkeit 22,4 km/h
Maximalgeschwindigkeit: 60,7 km/h






Ausblick:

Morgen (bzw. heute, Dienstag) ist wieder ein Ruhetag für mich. Die Route für morgen folgt in einem weiteren Eintrag. 

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